Digitales Recruiting im Reisevertrieb

Personal durch digitales Recruiting für sich gewinnen

Im Zuge der CENTOURIS Impulsveranstaltung mit dem Thema „Digital Recruiting im stationären Reisevertrieb“ referierte Sophia Krekel vom Online-Jobportal StepStone über Herausforderungen und Lösungsansätze bei der Anwerbung von Fachkräften im Reisevertriebssektor.

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Sophia Krekel

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Sophia Krekel

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Hier finden Sie die Aufzeichnung des Vortrages und die Präsentation im PDF-Format:

Warum ist Digitales Recruiting wichtig?

Recruiting ist businesskritisch: Nur die passendsten Mitarbeitenden können einen reibungslosen und harmonischen Ablauf der firmeninternen Prozesse in den Reisebüros versichern. Zugleich repräsentieren Mitarbeiter das Image des Unternehmens nach außen und sind das wichtigste Glied, um als Reisebüro handlungsfähig zu bleiben. Wenn dem Fachkräftemangel nicht entgegengewirkt wird, kann schätzungsweise ein Schaden von 320 Milliarden Euro in der Gesamtwirtschaft erfolgen.

Dazu ist es neben dem normalen Alltagsgeschehen üblich, auch als Arbeitnehmer potentielle Stellen online zu suchen. Hier können Arbeitgeber schnell und einfach Personal finden. Dabei ist es wichtig im digitalen Recruiting den Aspekt der Digitalität kontinuierlich und konsistent durchzuziehen. Das bedeutet, dass nicht nur die Personalfindung, sondern auch der Bewerbungsprozess digital verläuft.

Die Marktsituation: Zahlen, Daten, Fakten

Ab 2023 soll sich die Tourismus-Branche von der Corona-Pandemie erholen. Und obwohl eine Erholung in Sicht ist, gibt es immer noch große Herausforderungen in der Reisebranche:

Neben extrinsischen Ursachen wie die Inflation, Krieg, Reisebeschränkungen, steigenden Energiekosten und der Überlastung der Flughäfen, ist auch der Personalmangel eine große Hürde für die Branche.[1]

Im September 2022 wurden 35.000 offene Arbeitsstellen im Bereich Tourismus verzeichnet.[1]

„Die Situation ist fragil, wir sind bei Weitem nicht über dem Berg.“

Michael Buller, Sprecher des Aktionsbündnisses Tourismusvielfalt und Vorstand des Verbands Internet Reisevertrieb.
Die größten Herausforderungen der Reisebranche 2022
  • Das Arbeitgeberimage hat gelitten: 50% der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wollen die Branche verlassen (Feb 2022). 8% der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus Reisebüros und 15% von denen, die bei Reiseveranstaltern arbeiten, möchten die/den Arbeitgeber/in innerhalb der Branche verlassen.[2] Das ist zwar noch im Rahmen des „Normalen“, gleichzeitig muss bedacht werden, dass in Krisenzeiten der Wille für einen Jobwechsel nicht groß ist.
  • Die schlechte Bezahlung ist ein wichtiger Grund für den Wechsel.[2]
  • Aufgrund von Reisebeschränkungen und Krisenbedingungen sind die Zukunftsperspektiven der Branche unsicher.[2]
  • Die fehlende Wertschätzung des Chefs ist auch ein Grund für den Wechsel.[2] Hier kann jede/r Arbeitgeber/in dem Problem selbst entgegenwirken, indem auf die Bedürfnisse der Mitarbeitenden eingegangen wird.
  • Es wurden zwei Drittel weniger Ausbildungsverträge zum Tourismuskaufmann/-frau 2020 zu 2019 abgeschlossen und es gab nur 460 Neuabschlüsse beim Beruf Tourismuskaufmann/-kauffrau 2022.[3]

Die Personalgewinnung

Passende Fachkräfte findet man am besten über[4]:
  • Online-Stellenanzeigen
  • Karriere-Websites
  • Stellenanzeigen print in der Fachpresse (Normale Zeitungen sind rückläufig)
Die Jobbörse und Social Media Recruiting ist überwiegend digital. Orientieren Sie sich an den Bedürfnissen der KandidatInnen! Beispielsweise ist der jungen Zielgruppe der Cultural Fit wichtig: Wie passe ich in das Unternehmen? Wie kann ich mit gestalten und was gibt meiner Arbeit einen Sinn?
Auf Platz 1 der Gründe für eine Wechselbereitschaft bei bestehenden Mitarbeitenden ist die zu geringe Wertschätzung mit 37%[5].

Ein zu niedriges Gehalt[5] (32,5%) und die schlechte Zusammenarbeit mit der/dem Vorgesetzten[5] (32%) sind die Gründe auf den Plätzen 2 und 3 der Wechselbereitschaft.
Attraktivitätstreiber
Während sich 57% der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer flexiblere Arbeitszeiten wünschen, fragen sich 54% der Befragten, was der Purpose, die Sinnhaftigkeit, in der ausgeübten Arbeit ist. Auch wünschen sich 54% ein gesundes Maß an Arbeit und Freizeit: Die Work-Life-Balance soll stimmen und der Job soll erfüllend sein.[6]

Knapp über die Hälfte der Befragten wünschen sich flexiblere Arbeitszeiten in Form von Homeoffice. Hierbei sollten Sie als Arbeitgeber/in unbedingt diese Option bei der Personalfindung aufzeigen, wenn man dies anbietet. 48% wünschen sich spannende Aufgaben und möchten in der Arbeit herausgefordert werden.[6]

Ausblick in die Zukunft und was Reisebüros lernen können

Aufgrund einer massiven Veränderung der Altersstruktur der deutschen Bevölkerung, ist davon auszugehen, dass es früher oder später einen Arbeitnehmermangel in der Bundesrepublik geben wird. So wird sich die Arbeitswelt bis 2030 in vieler Hinsicht verändern: Trends wie die Multidimensionale Flexibilität, beispielsweise Remote Work-Modelle, werden immer mehr an Bedeutung gewinnen. Trotz der fortschreitenden Digitalen Transformation sollte nicht vergessen werden, dass eine menschliche Arbeitskraft immer noch wichtig sein wird. Auch die Entlohnungsmodelle für Mitarbeitende werden sich verändern. Statt der bei Mitarbeitenden unbeliebten Beratungspauschale müssen alternative Incentivierungsmöglichkeiten gefunden werden. Weiter wird das Thema Diversity noch mehr an Bedeutung gewinnen. So sollen Menschen mit Behinderungen oder Migrationshintergrund noch besser in die Arbeitswelt integriert sein.[7]
Best Practice Beispiel: Rewe

Mit dem Thema Gamification hat Rewe für interessierte Azubis das Konzept E-Sports ins echte Leben integriert. Mithilfe eines Werbevideos sollen Azubis den Beruf des Metzgers/ Fleischers spielerisch kennen lernen und dabei die Ausbildungszeit als Computerspiel betrachten. Mehr Informationen unter https://bringdichinsspiel.rewe.de/

Obwohl eventuell die Kapazitäten eines kleinen Reisebüros für ein Werbevideo in dieser Form nicht ausreichen würde, kann die Branche trotzdem diese Art von Personalanwerbung als Impuls sehen, die Tourismus-Branche in den Fokus zu rücken und populärer zu gestalten.

5 Praktische Tipps und Tricks für Ihr (e-)Recruiting im stationären Reisevertrieb
Quelle: Zukunft des stationären Reisebüros, Studie der Universität Bern, 2019

Hier ist eine Übersicht über verschiedene Recruiting-Plattformen:

  • easyboardingIn Zusammenarbeit mit dem DRV bietet easyboarding Recruiting-Events, ein Talentpool und eine Jobbörse sowie Karrieretipps an. Im Fokus steht hier vor allem der Bereich Tourismus.
  • Leantree: Die Social Media Recruiting Agentur aus Hamburg hat es sich zur Aufgabe gemacht über die Sozialen Medien neue Bewerber zu finden.
  • StepStone: Als größte Jobplattform in Deutschland soll zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer der perfekte „Match“ erfolgen. Im Bereich Tourismus werden die Plattformen Hotelcareer und Gastrojobs angeboten.
  • Lohninger Consulting: Mit eRecruiter werden gemeinsam neue Wege geschaffen, um im digitalen Recruiting, besonders im Bereich Tourismus, einfacher Mitarbeiter zu finden und so den Bewerbungsprozess zu vereinfachen.
Das letzte Webinar verpasst?

Kein Problem! Hier finden Sie Informationen über unsere letzte Impulsveranstaltung "Customer Insights 2022 - Analyse aktueller Buchungspräferenzen der Reisenden in Deutschland". Hier erfahren Sie, was die Anforderungen der Reisebüro-KundInnen an den Reisevertrieb sind, weshalb sich Reisende für einen präferierten Buchungskanal entscheiden und vieles mehr!

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[1] UNWTO World Tourism Barometer | Bundesagentur für Arbeit 9/2022, statista

[2] Umfrage von Reise-vor9, Februar 2022, 420 Teilnehmer

[3] DRV-Branchencheck, Oktober 2021 | Destatis 8/2022

[4] Index Anzeigendaten; Frage: Bitte geben Sie an, wie viele der neuen Mitarbeiter*innen prozentual durch die folgenden Maßnahmen gewonnen wurden; n=504; Darstellung des Mittelwertes aller Antworten

[5] StepStone Studie zu Jobsuche und Bewerbung | Teil 2 (2020)

[6] Studie „The Silent Resignation“ (März 2022)

[7] StepStone & Handelsblatt Research Institute Studie ” Future. Work. Today. – Der Guide durch die Arbeitswelt 2030“, 9/2022